Pressemitteilung 16.06.2026
Arztkontakt per Video – Ambulanter Notdienst der KV Nordrhein bietet am Lukaskrankenhaus virtuelle Sprechstunden an
NEUSS Patientinnen und Patienten, die die Notaufnahme am Lukaskrankenhaus an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 9 und 21 Uhr aufsuchen, können nun auch eine virtuelle Sprechstunde der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein nutzen, wenn dies medizinisch angezeigt ist.

Nach einer medizinischen Ersteinschätzung in der Notaufnahme am Lukas, können Erkrankte mit entsprechender Symptomatik und nach deren Einwilligung, eine Videosprechstunde im Rahmen des ambulanten Notdienstes durchführen. Dieses digitale Gespräch mit einem diensthabenden Arzt/Ärztin erfolgt in einem separaten Raum im Erdgeschoss, in direkter räumlicher Nähe zur Zentralen Notaufnahme. Im Rahmen der Videosprechstunde können dann geeignete Behandlungsschritte besprochen und bei Bedarf eRezepte oder eine eAU ausgestellt werden.
Das Angebot richtet sich etwa an Personen, die beispielweise „leichte“ Symptome haben, wie Fieber, bei sonst vitalem Allgemeinzustand, Magen-Darm-Beschwerden - wie Durchfall und Erbrechen ohne Vorerkrankung -, Hals- und Ohrenschmerzen, Rückenschmerzen oder Harnwegsinfekte u.v.m.
„Wir freuen uns, dass mit diesem Angebot am Lukaskrankenhaus nun die Möglichkeit besteht, den Patienten, die keine Versorgung in einem Krankenhaus benötigen, einen direkten und inhäusigen Kontakt zum kassenärztlichen Notdienst zu ermöglichen. Die Patienten müssen dann nicht noch einmal woanders hinfahren, um einen Arzt zu konsultieren“, sagt Nicole Rohde, Geschäftsführerin der Rheinland Klinikum Neuss GmbH. Die Wartezeiten können sich zudem für jene Patienten verringern, die mit weniger schwerwiegender Symptomatik auch als weniger dringlich eingestuft werden und in Notaufnahmen häufig lange warten müssen.
Nach einer erfolgreichen Testphase in den vergangenen Wochen ist die virtuelle Sprechstunde nun fest in die Abläufe innerhalb der Zentralen Notaufnahme am Lukaskrankenhaus integriert. „Die Rückmeldungen derjenigen, die dieses Angebot innerhalb der Testphase in Anspruch genommen haben, waren weit überwiegend positiv“, sagt Dr. Matthias Laufenberg, Chefarzt und Leiter des Zentrums für Akut- und Notfallmedizin.
Mit der Einführung der virtuellen Sprechstunde setzen die KV Nordrhein und das Rheinland Klinikum Lukaskrankenhaus bereits vor der Verabschiedung der bundesweiten Notfallreform eine der wesentlichen Zielsetzungen des Gesetzes um: Eine Entlastung der Notaufnahme nach Ersteinschätzung im Krankenhaus und eine Verringerung der Wartezeiten für Patienten mit leichterer Symptomatik. Es werden weiterhin vor Ort „virtuelle“ Behandlungsangebote in Kooperation mit der KV konzipiert und getestet.
Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein: „Ich freue mich, dass wir mit unserer Videosprechstunde die Versorgung in der Notaufnahme verbessern können und damit auch zur Entlastung der Klinik-Kolleginnen und Kollegen beitragen. Häufig ist nach dem Arzt-Gespräch per Video der Besuch der Notaufnahme oder einer Notdienstpraxis aus medizinischer Sicht gar nicht mehr nötig. Den Patientinnen und Patienten bleiben so weitere Wartezeiten oder Anfahrtswege erspart, zugleich steuert dieses Angebot Erkrankte in die richtige Versorgungsebene – dies ist angesichts des zunehmenden Ressourcenmangels in der Medizin von großer Bedeutung.“


